Afghanistan - eine Art Statusbericht

Artikelinfo
Datum: 
03.01.2003
Autor: 
Nani van der Ploeg

Es geht weiter in Afghanistan
Nach mehr als einem Jahr Tätigkeit in Afghanistan, können wir eine recht positive Bilanz unserer Arbeit ziehen. Kaum tangiert von der politischen Gesamtsituation und in einer nahezu kampffreien Zone haben wir zum Jahresende einen erneuten Stabwechsel vorgenommen.
Josef Grundner, der als Techniker von Anfang an - also von Oktober 2001 - dabei war, hat Ende Dezember Afghanistan verlassen. Seinem unermüdlichen Einsatz und seinem starken Engagement haben wir zu verdanken, daß wir nach fast unüberwindbaren Anfangsschwierigkeiten heute nicht nur über ein funktionierendes Krankenhaus und zwei Ambulanzen verfügen, sondern darüber hinaus mehr als 20 Schulen fertiggestellt sind. Im letzten halben Jahr erhielt er tatkräftige Unterstützung von Franz Erbe, der nach Vertragsende ebenfalls Ende Dezember das Projekt verlassen hat.
Im Hospital in Deshte Quale arbeiten zur Zeit die beiden Ärzte Christian Gahlemann und Michael Ehmer mit der Krankenschwester Beate Bergmann. Sie werden nach der Abreise von Josef Grundner weiter von dem Techniker Peter Geier unterstützt.
In Hazarbagh und Hodschagar versieht Ulrich Bihler als Arzt seinen Dienst mit den beiden Krankenschwestern Döne Akdas und Sylvia Schuster, dem Krankenpfleger Oliver Schäfer. Und hier pendelt Henrique Pereira als Techniker zwischen den beiden Ambulanzen hin und her. In Hodschagar werden täglich zwischen 100 und 120 Patienten betreut, in einer eingerichteten "Mobilen Clinic" noch einmal an die 90.
Außer den Notfällen gibt es in der Zwischenzeit eine funktionierende Apotheke, die Medikamente ausgibt, eine Schwangerenberatung, eine medizinische Fortbildung für Hebammen und Lehrerinnen.
Wir erfahren eine große Akzeptanz unserer Arbeit durch die Bevölkerung und sind glücklich über die gelungene Integration von afghanischen Ärzten und einheimischem Pflegepersonal.
Ende November hat Edith Fischnaller, die als Ärztin und Mecial Coordinator für Cap Anamur tätig ist, die drei medizinischen Einrichtungen in Afghanistan besucht. Durch ihre große Erfahrung und die Gespräche mit den Medizinern vor Ort hat sie feststellen können, was gut und was verbesserungswürdig ist - vor allem aber, wo wir in diesem Jahr die Akzente legen müssen.
In den nächsten Tagen werden wir Auszüge ihres Berichts ebenfalls veröffentlichen und gleichzeitig eine Beschreibung des Afghanistan-Projekts mit Bildern in die Internet-Seiten einstellen. Sie werden sehen können, daß die Spendengelder gut investiert worden sind.
... und noch ein Aufruf: Wir brauchen dringend noch Ärzte und Ärztinnen, die sich für ein halbes Jahr verpflichten. Bitte, bewerben Sie sich bei uns!
Danke!