Unsere Projekte

Übersicht über unsere Einsatzländer
Afghanistan
Neben der Betreuung der sehr erfolgreich laufenden Klinik mit Entbindungsstation im Westen des Landes, haben wir im Juni 2009 ein weiteres Projekt begonnen: Eine Ausbildungsstation für Hebammen in Herat. Hier werden rund 30 junge Frauen aus ländlichen Regionen in Geburtshilfe geschult. Alle Teilnehmerinnen haben sich verpflichtet, nach ihrer zweijährigen Ausbildung zurück in ihre unterversorgten Heimatdörfer zu kehren, um dort als Hebammen zu arbeiten. Gerade für diese abgelegenen Regionen mit ihrer außergewöhnlich hohen Mutter- und Säuglingssterblichkeit werden die Frauen einen wertvollen Beitrag leisten. Cap Anamur war bereits in der Zeit von 1987 bis 1989 in Afghanistan tätig.
Bangladesch
In diesem bitterarmen Land kommt auf 3.000 Einwohner lediglich ein Arzt. Entsprechend schlecht ist die Situation in den meisten Krankenhäusern. Besonders mangelhafte Zustände herrschen in den Kliniken der Region südlich vom Distrikt Cox's Basar, wo heute zahlreiche Flüchtlinge aus Myanmar leben. Hier unterstützen wir in erfolgreicher Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium sechs Krankenhäuser.
Kongo

Noch immer wird das Land von Militäraktionen überschattet. Gerade die Menschen der besonders betroffenen Region im Osten an der Grenze zu Ruanda brauchen dringend medizinische Unterstützung. Im Sommer 2008 haben wir die Einrichtung zweier Gesundheitsposten sowie die Betreuung des Krankenhauses in Kamituga übernommen. Die Sanierungs- und Umbauarbeiten werden in diesem Jahr weitgehend abgeschlossen. Der Andrang ist sehr groß und deswegen planen wir den Bau einer Poliklinik zur Versorgung ambulanter Patienten sowie die Einrichtung eines weiteren Operationsraums. Gemeinsam mit der einheimischen Psychologin erarbeiten die Ärzte ein medizinisch-psychologisches Versorgungsprogramm für die zahlreichen Vergewaltigungsopfer. Cap Anamur war von 1996 bis 1999 bereits im Kongo tätig.

Nordkorea

Wegen der Hungersnot lieferte Cap Anamur Mitte des Jahres 2011 zweimal Nahrungsmittel Nordkorea. Unser Fotograf Jürgen Escher überwachte und dokumentierte die Verteilung.

Sierra Leone

In 2009 sind wir zurück nach Sierra Leone gekehrt. Seit Jahren rangiert das vom Bürgerkrieg traumatisierte Land auf den letzten Plätzen des Human-Development-Index der Vereinten Nationen, zählt also zu den am geringsten entwickelten Ländern. Zum Projektstart im Juli 2009 war die 200 Betten große Kinderklinik in Freetown in katastrophalem Zustand. Die medizinische Behandlung war bis zu unserem Eintreffen kostenpflichtig und damit waren viele Kinder von ärmeren Familien ausgeschlossen. Schnell haben wir Arzneimittel und eine medizinische Grundausstattung beschafft, die Techniker haben mit den Sanierungsarbeiten begonnen. Unsere Ärzte und Pfleger unterstützen das lokale Personal und weisen sie in effektive Behandlungsmethoden ein. Die Intensivstation konnten wir bereits auf zwölf Betten erweitern. Zudem haben wir ein kleines Verbrennungszentrum eingerichtet. Dennoch wird dieses Krankenhaus unseren engagierten Helfern noch viel Einsatzkraft abverlangen. Unser erster Einsatz in Sierra Leone war von 1988 bis 1999.

Somalia

Die schlimmste Dürre seit 60 Jahren hat hunderttausende Somalier in die Flucht getrieben. Den Menschen in Mogadischu zu helfen, ist aufgrund der Sicherheitslage besonders schwierig. Dennoch unterstützte unser Team aus Medizinern und Logistikern seit August das vollkommen überlaufene Benadir-Hospital. Als im Oktober 2011 eine Entführungsdrohung auftauchte, mussten wir den Standort wechseln. Das Krankenhaus war weiterhin unser Kooperationspartner und wird von uns mit Medikamenten versorgt.

Das war im Oktober des vergangenen Jahres. Unsere Mitarbeiter mussten das Krankenhaus umgehend verlassen, wollten sich aber nicht ganz aus Mogadischu zurückziehen. Und so starteten wir Anfang November ein zweites Projekt: eine Ambulanz, ebenfalls in der Hauptstadt, in der wir somalische Flüchtlinge versorgten. Täglich wurden mit der Unterstützung von lokalen Mitarbeitern rund 350 Menschen der Flüchtlingsgemeinde versorgt. Die schweren Fälle wurden ins Benadir-Hospital überwiesen, das wir nach wie vor mit Medikamenten ausstatten. Anfang Januar konnten wir zurück kehren ins das 600-Betten große Haus. Die neuen Bestimmungen ermöglichen uns, die Arbeit fortzuführen, denn sie umfassen strengste Sicherheitsvorkehrungen. Hier haben wir wesentlich bessere Möglichkeiten zur Versorgung der schwerstkranken Kinder.

Sudan
Wir haben das medizinische Versorgungsnetz in den Nuba-Berge weiter ausgebaut. Zu unserem Krankenhaus und den beiden Gesundheitsposten sind nun zwei weitere dazu gekommen. Die insgesamt vier Stationen liegen alle gut verteilt bis zu 100 Kilometer weit von der Klinik entfernt. Nur so können wir die Menschen in abgelegenen Winkeln der Region erreichen. Denn für die Schwachen und Kranken ist der beschwerliche Weg über die Berge zum Krankenhaus nicht zu bewältigen. Durch die mit drei bis sechs Fachkräften ausgestatteten Einrichtungen bringen wir die Medizin zu den Menschen, die ohne unsere Posten keine Chance auf eine Behandlung hätten. Mit Ihrer Unterstützung möchten wir dieses Netz noch erweitern und zusätzliche, dringend benötigte Gesundheitsstationen errichten.
Uganda
Die medizinische Versorgung des Landes weist große Lücken auf. Als Folge ist das von uns betreute Krankenhaus in Ococia laufend überfüllt. Allein stationär werden hier zurzeit täglich rund 100 Patienten behandelt. Doch die Kapazitäten reichen nicht aus. Daher hat Cap Anamur mit dem Bau eines Erweiterungstrakts begonnen. Leider erschweren die schlechten Arbeitsbedingungen die Fertigstellung, doch das Team kompensiert vieles mit seinem Improvisationstalent. Wenn die als Zwischenlösung aufgestellten Versorgungszelte abgebaut und die Türen des neuen Gebäudes geöffnet werden können, haben wir Platz für 40 weitere Patienten.