Neue "Cap Anamur" unterwegs Richtung Süden
"Christo Rei" - die überdimensionale Christus-Figur auf den Hügeln über der Tejo-Mündung empfing uns - wie alle Schiffe - mit ausgebreiteten Armen: Zehn Tage nach dem Auslaufen in Lübeck hat die "Cap Anamur" heute morgen den Hafen der portugiesischen Hauptstadt Lissabon erreicht. Damit ist etwa die Hälfte der Strecke von Lübeck bis Freetown/Sierra-Leone geschafft.
An der Pier "Santa Apolonia" standen schon die Spezialfahrzeuge bereit, auf die unsere Teams in Westafrika so sehnsüchtig warten: Darunter auch ein geländegängiges Ambulanzfahrzeug für das Krankenhaus in Bong Town/Liberia und ein mit Dachreling und Seilwinde ausgerüsteter Jeep für die Arbeit in den abgelegenen Gesundheits-Posten des Oncogua-Gebiets im Süden Angolas.
Die 14köpfige Crew an Bord nutzt die Zeit der Überfahrt, um das Schiff - einen umgebauten Containerfrachter - weiter auf seine neuen Aufgaben vorzubereiten: So wurde unter anderem der neue Trinkwasser-Bereiter in Betrieb genommen, der bis zu 4 Tonnen Meerwasser pro Tag filtern, entsalzen und keimfrei machen kann.
Mit Bauholz, das ebenfalls in Lissabon geladen wurde, soll in den nächsten Tagen das Zwischendeck geschlossen werden, um Platz für Notfall-Evakuierungen zu schaffen.
Hier werden möglicherweise schon bald hunderte Flüchtlinge aus Sierra-Leone unterkommen, die in den Bürgerkriegswirren im Nachbarland Liberia gestrandet sind. Die Regierung in Freetown hat das Komitee gebeten, mit der neuen "Cap Anamur" zu helfen, diese insgesamt rund 8000 Männer, Frauen und Kinder sicher in ihr Heimatland zurückzubringen.
Wir beeilen uns: Das Schiff wird Lissabon schon heute abend wieder verlassen - mit Kurs auf die Kanarischen Inseln. Dort werden wir die Tanks der "Cap Anamur" noch einmal bis zum Rand füllen, um für die vor uns liegenden Einsätze gerüstet zu sein.
Bewegte Bilder vom Schiff gibt es täglich aktuell im "Video-Tagebuch"
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