Eine Rettungsaktion mit merkwürdigen Folgen
Der Versuch von Teilen der deutschen Medien, aus dem Skandal des tausendfachen Todes an den Aussengrenzen der EU eine Affäre "Cap-Anamur" zu machen, ist offensichtlich gescheitert. Wir waren überrascht, mit welcher Vehemenz einzelne Journalisten uns Böses unterstellen wollten - und wie leichtfertig sie dabei Falschinformationen weitergegeben haben. Gegen den besonders verleumderischen Beitrag des ARD-Magazins "Panorama" vom 15. Juli gehen wir auch presserechtlich vor. Aber der Schaden, den er wohl bereits angerichtet hat, ist damit allein nicht vollständig wieder gut zu machen.
Anwälte kämpfen mittlerweile darum, dass die Anklage gegen uns wegen "Begünstigung der illegalen Einreise" fallengelassen wird. Andere bemühen sich um die Freigabe unseres Schiffes, das weiterhin ohne jede technische Betreuung im Hafen von Porto Empedocle festgehalten wird - beschlagnahmt als "Tatwerkzeug", dem angeblich sogar die Zerstörung droht.
All dies hat nicht nur uns - sondern auch weite Kreise der europäischen Öffentlichkeit entsetzt. In Italien ist ein breites Bündnis aus Kirche, Gewerkschaften, Bürgerinitiativen und Parteien gegen diesen Wahnsinn auf die Straße gegangen. Das neue Europa-Parlament hat sich schon einen Tag nach seiner Konstituierung mit dem Thema beschäftigt - und unseren Kapitän Stefan Schmidt berichten lassen, was sich in den Tagen nach der Rettung der 37 Schiffbrüchigen tatsächlich zugetragen hat.
Der Zuspruch, den wir trotz der Verleumdungen von allen Seiten erhalten, macht uns Mut. Wir werden den Rat befolgen, der uns hundertfach erteilt wurde: "Lasst Euch nicht unterkriegen !"
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