Visite im Land des Lächelns

Artikelinfo
Datum: 
13.02.2012
Autor: 
Dr. Werner Strahl

Die Fortschritte im Kinderkrankenhaus von Freetown

Hamartan heißt der trockene, heiße Wind, der zurzeit das Land mit Staub aus der fernen Sahara pudert. Auch in dem von Cap Anamur unterstützten Kinderkrankenhaus in der Hauptstadt Sierra Leones leiden die kleinen Patienten, deren Mütter und das Personal unter der Hitze. Schwerer wiegt aber der Platzmangel. Auf den beiden großen Stationen müssen sich zwei bis drei Kinder sich ein Bett teilen. Zur Entlastung haben wir eine dritte Station renoviert und bereits eröffnet, so dass die unhygienische, gefährliche Enge Erleichterung  findet.

Unsere drei Krankenschwestern und zwei Kinderärztinnen sind hier mit Krankheiten konfrontiert, die sie in Deutschland nie sahen. Schwere Malaria, Tuberkulose im Endstadium, Fehl- und Unterernährung sind häufig und erfordern sofortiges Handeln. Endlich funktioniert das Labor. Bei schweren Lungenentzündungen können wir mit Sauerstoff Linderung schaffen. Wenn auch viele Kinder zu spät in die Behandlung kommen, so gibt es doch auch Wunder: Ein zehnjähriger Junge, dem ein Bein mit Gasbrand abfaulte, konnte durch Operation und Antibiotika gerettet werden.

Bei einem Durchschnittseinkommen von unter einem Euro pro Tag können die Familien die erforderlichen Medikamente natürlich nicht bezahlen. Wir übernehmen deshalb die kostenlose Versorgung. Als künftiges Universitätskrankenhaus werden hier schon jetzt

Krankenschwestern und Ärzte ausgebildet, die dem riesigen Medizinermangel entgegen wirken werden. Aktuell kommt in Sierra Leone auf 42.000 Einwohner gerade mal ein Arzt - in Deutschland steht das Verhältnis 258 zu 1.

Seit 10 Jahren Frieden in Sierra Leone

Nach dem sehr grausigen Bürgerkrieg, der 2002 zu Ende ging, will niemand mehr daran erinnert werden. Die verschiedenen Volksgruppen und Religionsgemeinschaften gehen erstaunlich freundlich miteinander um und begrüßen uns mit unbefangener Herzlichkeit.

Das gilt auch für die Straßenkinder, etwa 15.000 sind es in der Hauptstadt in den 16 großen Slums, die auf eine Chancen hoffen oder die von „beschützenden“ Sissis oder Brasses mit Arbeit und Prostitution ausgenutzt werden.

In Zusammenarbeit mit der Regierung wollen wir diesen Ärmsten Gelegenheit zu Heimkehr und Schule beziehungsweise einem neuen Heim in einer Pflegefamilie schaffen. Für nur 50 Euro können wir ein Kind mit dem Schulgeld für ein ganzes Jahr und der erforderlichen Schuluniform ausrüsten und so stolz machen! Helfen Sie uns, zu helfen!

Ihr Werner Strahl, gerade aus Freetown zurück