Sudan

in Sudan

Seit Mitte 2010 wird in den Nuba-Bergen, einer Region zwischen dem Sudan und dem nun unabhängigen Südsudan, gekämpft. Der Krieg zwischen den nordsudanesischen Truppen und den südsudanesischen Rebellen hat bereits Tausende in die Flucht getrieben. Nahezu alle Menschen mussten ihr Zuhause verlassen, „normales“ Leben sucht man hier vergebens: Die meisten Dörfer sind menschenleer, vollkommen zerstört oder niedergebrannt. Etliche Familien haben Zuflucht gesucht in den engen und überfüllten Flüchtlingslagern. Diejenigen, die bleiben, verstecken sich in den dunklen Berghöhlen. Viele sind durch die Gräueltaten des Krieges schwer traumatisiert. Sie leben in Angst und Schrecken, sind permanent in Alarmbereitschaft. Das Volk wünscht sich nicht mehr, als selbstbestimmt und in Frieden leben zu können. Doch davon sind sie heute weiter entfernt als je zuvor, denn das gesamte Gebiet ist Kriegsland. Nie war die Hilfe für die Nuba dringender als jetzt.

In dem Cap-Anamur-Krankenhaus in Lwere setzen unsere Mediziner alles daran, so vielen Menschen wie möglich zu helfen. Einige von ihnen haben mehrere Tage Fußmarsch hinter sich, wenn sie dort ankommen. Das Team kümmert sich um entkräftete und unterernährte Kinder und versorgt von Granatsplittern verletzte Patienten. Wie viele hunderte Menschen bereits getötet wurden, ist unklar. „Wir bedauern sehr, dass die Not dieser Menschen von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird, dass nur wenig Hilfe ankommt“, sagt Bernd Göken. Niemand weiß, wie viele Menschen noch sterben müssen. Ihr Weg in die Unabhängigkeit scheint endgültig versperrt und die Hoffnung, dass die Vernunft und nicht die Waffen siegen, ist gering.

Projektberichte
15.02.2012
Office Cap Anamur

Im Dezember musste unser Team aus Sicherheitsgründen zwischenzeitlich aus den Nuba-Bergen ausfliegen, nun konnten Krankenpfleger Raphael Veicht und Techniker Thorsten Voigt endlich mit den dringend benötigten Medikamenten und anderen Hilfsgütern zurückkehren.

12.12.2011
Office Cap Anamur

Nachdem die Kämpfe in den Nuba-Bergen immer brutaler wurden, mussten wir unsere Mitarbeiter Anfang Dezember vorerst ins Nachbarland Kenia ausfliegen. Nun wartet das dreiköpfige Team mit 10 Tonnen Hilfsgütern in Nairobi darauf, Medikamente und medizinischen Geräte in das von Cap Anamur unterstütze Krankenhaus und die Gesundheitsposten zu bringen.

26.09.2011
Office Cap Anamur

Wie lange wir die Menschen in den Nuba-Bergen noch medizinisch unterstützen können, ist derzeit leider ungewiss. Ebenso ungewiss wie die Zukunft des Nuba-Volkes. Denn die Regierung in Khartum führt einen brutalen Krieg gegen sie.